KURZ.POESIE
︎ Poetische Geschichten


Freund:    Was braucht es für deine Poesie?
Ich:       Mittwochnachmittage.




Um Poesie zu schreiben, braucht es Mittwochnachmittage im Leben. Finde zumindest ich. Mittwochnachmittage, die einfach passieren, so wie früher in der Kindheit. Mittwochnachmittage, in denen jedermensch ganz im Moment ist, sich von den eigenen Gefühlen leiten lässt und einfach geniesst. Für mich waren es stets die besten Nachmittage.

Diese Momente in Worte gefasst ergibt bei mir Poesie: Zeilen die durch das Leben entstehen. Zeilen, die das Leben beschreiben wie das Gefühl eines Mittwochnachmittages. Die Zeilen sind auf (Schweizer) Deutsch, Niederländisch und Englisch geschrieben. Sprachen, in denen ich mich Zuhause fühle.

Alle Gedichte dürfen gerne weitergeteilt werden unter dem Namen Max Berend.  Viel Freude beim Eintauchen in meine Welt.





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Symphonie der Schlaflosigkeit


Das Licht vom Nachbarfenster
malt Silhouetten an meine weisse Wand.
Ich kann wieder mal nicht schlafen.
Sehe meinen Schatten.
Obwohl das Licht mich nicht berührt.


 Diese Melodie der Schaflosigkeit. 
Sie wiegt mich zu dir.
Dieses Gefühl.
Diese Spannung zu spüren.
Sich in der Tiefe der Stille zu verlieren.
Und jedes Wort, ein Reiz.


Mein Schatten an der Wand. 
Er ist noch immer da.
Auch wenn das Licht
nicht mehr brennt .
Die Silhouetten verschwunden.


Wie du dort stehst.
Mit deinem Lächeln.
Wir reden nicht viel.
Und doch so verbunden.
Was ist dieses Vertraute, was mit uns spricht?
Unsere Hände berühren sich.


Zwei Schatten, ohne Licht.
Ganz allein auf dieser Wand.
Die Nachtigall singt unsere Melodie.
Eine Symphonie der Schlaflosigkeit.
Eine Nacht, besungen vom schönsten Lied.


Wir tanzen auf der weissen Wand.
Die Morgendämmerung
spielt den letzten Klang.
Vorhang auf.
Lichter an.
Die Schlaflosigkeit ist vorbei.




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Barefoot

The sunlight shines through my beer.
A lager becomes a red IPA.
By looking at the sunflowers,
next to the wooden bench.
I realize, it’s the end of the day.


The colours of the evening wind
turn the soil into a red clay.
At the horizon I see the sunset.
Going down on my blue stripped towel.
I realize, it’s the end of the day.


I count my toes.
There are still ten.
And two feet, barefoot.
I realize, it’s the end of the day.
And I am still here.
Where I once stood.




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Grafik: Michael Gehrig




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Silhouttes at Dusk


A crow sits on the church roof,
waiting for the greying days.
The black month to come.
Slowly the sun sets in the east.


The organ starts to play.
Bach’s 6th symphony begins.
Venus shines bright,
guiding the lost ones to the west.


Quiet is the night
Loud is the morning
A blackbird is not a crow
The crow dissapears north


The church roof is now empty.
Only the cross stays there.
Day

turns into night.
There is no right direction in life.


Watching the silhouettes at dusk .
Life is like arts and crafts.
Everything in drafts.
When we first met,
I met myself.
Like opening a book.
On a forgotten shelf.




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©STUDIO.MAXDEBOER
︎ Maximilian Lederer

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