POETRY.SLAM
︎ Geschichten mit Wumms


Corinne:    Wie zeichnet man einen Anker?
Max:        Der Ring macht es zu einem Anker.
Corinne:    Sozusagen der i-Punkt auf dem Anker!




Mit Wumms ab auf die Bühne. Alleine, sowie auch zusammen mit anderen Poetry Slammern aus der ganzen Schweiz, slame ich Geschichten zu (fast) jedem Thema, zum Beispiel:

Zusammen mit der Slam-Poetin Simea durfte ich das Ranking  Randstad Award 2021 am 20. April verkünden. Wir wagten uns an das Thema ‘Employer Branding’ im Poetry-Slam Format auf Englisch ran.  Fotografiert und verfilmt durch Maximilian Lederer.

Ein weiteres Beispiel ist ein Vorgeschmack für einen Slam rund um das Thema ‘Anker’, welchen du findest weiter unten. Zusammen mit der Wortkünstlerin Corinne Niklaus kommen hier bald eine Reihe Duo-Slams.





︎













Textbeispiele von Mittwochnachmittagen

︎



Um Poesie zu schreiben, braucht es Mittwochnachmittage im Leben. Finde zumindest ich. Mittwochnachmittage, die einfach passieren, so wie früher in der Kindheit. Mittwochnachmittage, in denen jedermensch ganz im Moment ist, sich von den eigenen Gefühlen leiten lässt und einfach geniesst. Für mich waren es stets die besten Nachmittage.

Diese Momente in Worte gefasst ergibt bei mir Poesie: Zeilen die durch das Leben entstehen. Zeilen, die das Leben beschreiben wie das Gefühl eines Mittwochnachmittages. Die Zeilen sind auf (Schweizer) Deutsch, Niederländisch und Englisch geschrieben. Sprachen, in denen ich mich Zuhause fühle.

Alle Gedichte dürfen gerne weitergeteilt werden unter dem Namen Max Berend de Boer.  Viel Freude beim Eintauchen in meine Welt.






Rudern im Gegenuhrzeigersinn
(Anker)




Lahn mi lah mache!
Geit das hie no lang?
Die Sehnsucht.
I han vom Läbe, kei Plan.

Isch das es Liecht ?
Wo mi bländed.
Lahn mi lah mache.
I has jetzt den gseh.

Lahn mi lah mache!
Chum gang jetzt furt!
Das Verlange.
Vomne andere Ort.

Bin chli verlorä.
Au wenni mi gseh.
Im Wasser spieglä.
I has jetzt denn gseh.

Lahn mi lah mache!
I lieb di nid!
I chas nie schriebä.
Das verdammte Lied.

Bin uf dr Suechi.
Nach weiss nid was.
Wo sind mini Schlüssel?
I has jetzt denn gseh.

Lahn mi lah mache!
Oder lahn mi lah si?
Isch doch z Glyche.
Es geit de scho verbi.

Finde min Weg.
Isch das hie dr Start?
Isch das dr Friedhof?
Am End vo dere Strass.

Lahn mi lah mache!
Ok, jetzt isch gnueg!
I gsehns ja i.
Das isch später.
Han mini Rueh.

Aso nid würkli.
Aber wer hät gseit.
Das mer
d Melancholie versteit.


Ruedere im Gägeuhrzeigersinn.


Isch das min Anker?






︎






Symphonie der Schlaflosigkeit


Das Licht vom Nachbarfenster
malt Silhouetten an meine weisse Wand.
Ich kann wieder mal nicht schlafen.
Sehe meinen Schatten.
Obwohl das Licht mich nicht berührt.


Diese Melodie der Schaflosigkeit.
Sie wiegt mich zu dir.
Dieses Gefühl.
Diese Spannung zu spüren.
Sich in der Tiefe der Stille zu verlieren.
Und jedes Wort, ein Reiz.


Mein Schatten an der Wand.
Er ist noch immer da.
Auch wenn das Licht
nicht mehr brennt .
Die Silhouetten verschwunden.


Wie du dort stehst.
Mit deinem Lächeln.
Wir reden nicht viel.
Und doch so verbunden.
Was ist dieses Vertraute, was mit uns spricht?
Unsere Hände berühren sich.


Zwei Schatten, ohne Licht.
Ganz allein auf dieser Wand.
Die Nachtigall singt unsere Melodie.
Eine Symphonie der Schlaflosigkeit.
Eine Nacht, besungen vom schönsten Lied.


Wir tanzen auf der weissen Wand.
Die Morgendämmerung
spielt den letzten Klang.
Vorhang auf.
Lichter an.
Die Schlaflosigkeit ist vorbei.







︎


















︎









Barefoot

The sunlight shines through my beer.
A lager becomes a red IPA.
By looking at the sunflowers,
next to the wooden bench.
I realize, it’s the end of the day.


The colours of the evening wind
turn the soil

into a red clay.
At the horizon I see the sunset.
Going down on my blue stripped towel.
I realize, it’s the end of the day.


I count my toes.
There are still ten.
And two feet, barefoot.
I realize, it’s the end of the day.
And I am still here.
Where I once stood.








︎









Grafik: Michael Gehrig










︎







Silhouttes at Dusk


A crow sits on the church roof,
waiting for the greying days.
The black month to come.
Slowly the sun sets in the east.


The organ starts to play.
Bach’s 6th symphony begins.
Venus shines bright,
guiding the lost ones to the west.


Quiet is the night
Loud is the morning
A blackbird is not a crow
The crow dissapears north


The church roof is now empty.
Only the cross stays there.
Day

turns into night.
There is no right direction in life.


Watching the silhouettes at dusk .
Life is like arts and crafts.
Everything in drafts.
When we first met,
I met myself.
Like opening a book.
On a forgotten shelf.







︎










©STUDIO.MAXDEBOER
︎Maximilian Lederer
Max de Boer
Thunstrasse 6, 3005 Bern

mail@studiomaxdeboer.ch
+41 79 385 49 83